Wahlkampf: Schlagabtausch der Parteien in der Realschule Golzheim

Am 9. Mai fand eine Diskussion zwischen Schülern und den Parteien CDU, FDP, SPD, Bündnis 90/Die GRÜNEN, den PIRATEN und der LINKSPARTEI statt. Die Diskussionsthemen: Infrastruktur, die Schulen Düsseldorfs und die Schuldenfreiheit – und damit auch Kritik am jetzigen Oberbürgermeister Dirk Elbers von der CDU.

Bei der Diskussion waren zwei OB-Kandidaten für Düsseldorf: für die SPD Thomas Geisel und für die Grünen Miriam Koch. Die anderen vier Parteien hatten Ratsmitglieder gestellt. Andreas Hartnigk vertrat die CDU, Mirko Rohloff die FDP, Frank Grenda die PIRATEN und Angelika Kraft-Dlangamandla die LINKEN.Zu Anfang der Diskussion sollten sich alle Vertreter in etwa zwei Minuten vorstellen. Hartnigk (CDU) arbeitet als Kommunalpolitiker in Düsseldorf und als Aufsichtsratsvorsitzender der Rheinbahn. Als 16-Jähriger trat er der “Jungen Union” bei. Rohloff (FDP) ist zurzeit das jüngste Ratsmitglied von Düsseldorf. Er trat der FDP bei, da ihn die Themen und Meinungen der anderen Parteien nicht angesprochen haben. Geisel (SPD) war in mehreren Unternehmen, bevor er jetzt für die SPD antritt. Grenda ist zu den PIRATEN gegangen, um seinem Patenkind später sagen zu können, dass er aktiv war und sich politisch engagiert hat. Koch (Grüne) und Kraft-Dlangamandla (Linke) wollten etwas in der Politik ändern, weshalb sie in ihre Parteien eingetreten waren.

Autos, Räder, Rheinbahn

Die erste Gesprächsrunde handelte von der Infrastruktur von Düsseldorf. OB-Kandidatin Koch fordert, dass man mehr in Fahrradwege investiert. Es müssten mehr Wege vorhanden sein und man sollte auch mehr für ihre Erhaltung tun. Zudem dürfte es nicht mehr so viele Autos in der Stadt geben. Dies fordert auch der OB-Kandidat Geisel. Daraufhin konterte Rohloff, dass es eine gute Mischung aus Rad- und Autofahrern geben müsse.

Wenn es nach Grenda ginge, müsste man keine Tickets mehr ziehen, um mit Bus und Bahn zu fahren. Außerdem dürfte das Sozialticket nicht mehr 30 Euro kosten, sondern maximal 10 Euro. Genau das forderte auch Kraft-Dlangamandla. Sie wolle zusätzlich mehr Busse und Bahnen. Sie meinte, dass es durch zu viele Autos in der Stadt auch zu viel Lärm gebe. Durch diesen Lärm würden immer mehr Menschen krank. Dies sei bei einer Studie herausgefunden worden. Wenn mehr Busse und Bahnen fahren, würden viel mehr Leute mit ihnen fahren. Dabei schmunzelte CDU- und Rheinbahn-Mann Hartnigk nur. Er sagte, dass es durch die Kommunalregierung von Düsseldorf, die aus CDU und FDP besteht, in den letzten Jahren 15 Millionen Fahrgäste mehr im Öffentlichen Nahverkehr gebe.

Zum Abschluss dieses Themas beantworteten die Politiker eine Schülerfrage und berichteten, wie sie zu diesem Termin kamen: Kraft-Dlangamandla mit S- und U-Bahn, Grenda mit der U-Bahn, Geisel mit dem Auto, Koch mit dem Öffentlichen Nahverkehr, Rohloff und Hartnigk mit dem Auto.

Schulen und Schüler

Nun folgte das nächste hitzige Thema: die Schulen und ihre Schüler. Die Vertreterin der LINKEN riet zum gemeinsamen Lernen. Damit meinte sie, es wäre besser, wenn alle Schüler auf einer einheitlichen Schule unterrichtet würden. Es müssten mehr Gesamtschulen gebaut werden. Geisel und Koch sind derselben Meinung. Gesamtschulen würden immer stärker nachgefragt. Aber der Wille der Eltern und vor allem der der Schüler habe mitzuentscheiden. Die Frau der Grünen meinte, es müssten mehr Grundschulen gebaut werden.

Die Schulleiterin der Realschule Golzheim schaltete sich in das Gespräch ein: 70 Prozent der Schüler ihrer Schule gingen nach der zehnten Klasse auf das Gymnasium. Damit deutete sie an, dass sie gegen die einheitliche Schule ist. Die Vertreter des jetzigen Stadtrats, Hartnigk und Rohloff, würden sich um die Realschulen keine Sorgen machen, da die Stadt jedes Jahr 30 Millionen Euro in die Schulen investieren würde. Die Oppositionsvertreter schüttelten nur mit dem Kopf. Sie sagten, dass die Stadt nicht so viel Geld in ihre Schule investiere, sondern das nur so auf dem Papier steht. Falls sie nach der Wahl das Sagen haben, wollen sie mehr in Schulen investieren.

Schulden – ja oder nein?

Zu guter Letzt folgte das klassische Thema: die Schuldenfreiheit von Düsseldorf und die allgemeine Kritik an OB Elbers. Alle Vertreter der Parteien, ausgenommen FDP und CDU, sagten, dass Düsseldorf nicht schuldenfrei sei. Die Düsseldorfer LINKE sagte, dass Düsseldorf Bankkredite habe.

Zudem sei die Bemerkung von Dirk Elbers über das Ruhrgebiet nicht angebracht. Der OB sagte, er wolle dort nicht tot über dem Zaun hängen. Parteikollege Hartnigk konterte, das sei ein Wahlkampfspruch.

In der Schlussrunde waren sich aber alle Parteien einige: Geht wählen!

 

Wie würden die Schüler wählen?

Nach der Diskussion durften die Schüler, die alles Erstwähler waren, zur Probe wählen. Und so haben sie entschieden:

OB-Wahl:
Dirk Elbers (CDU): 16 Stimmen
Thomas Geisel (SPD): 27 Stimmen
Miriam Koch (Grüne): 37 Stimmen
Helmut Born (Linke): 2 Stimmen
(ungültig: 5 Stimmen)

Wahl für den Stadtrat:
CDU: 8 Stimmen
SPD: 13 Stimmen
Grüne: 15 Stimmen
FDP: 11 Stimmen
Die LINKE: 5 Stimmen
Piraten: 17 Stimmen
AfD: 3 Stimmen
Freie Wähle: 0 Stimmen
Tierschutzpartei: 5 Stimmen
REP: 1 Stimme
(ungültig: 6 Stimmen)

Autor: Jan für Youpod